Silvesterdemo Bern: Unregierbar bleiben – Kein Gesetz hält uns auf!

Wann:
31. Dezember 2019 um 22:00
2019-12-31T22:00:00+01:00
2019-12-31T22:15:00+01:00
Wo:
Bern
Bahnhofplatz

Silvesterdemo Bern: Unregierbar bleiben – Kein Gesetz hält uns auf!
Das Jahr 2019 neigt sich dem Ende zu – ein Jahr voller Prozesse, Eindrücke und Emotionen.
Viele Kämpfe fanden statt, welche einen wichtigen Anteil an die sozialen Bewegungen in Bern und weltweit leisteten. Der Klimastreik vereinte unterschiedliche Generationen über Monate hinweg für eine ökologische und antikapitalistische Alternative. Der schweizweite Frauen*streik, welcher zeigte, dass queer-feministische Kämpfe immer präsenter werden. Häuser wurden besetzt, um auf Leerstand, Wohnungsnot und fehlende Freiräume aufmerksam zu machen. Unzählige Demos fanden statt, bei welchen verschiedenste Themen aufgegriffen wurden. Die Ideen Rojavas lebten in vielen kreativen Aktionen auf.

Wo sich die sozialen Kämpfe formierten, reagierte der Staat aber auch mit Repression. Andere Projekte mussten gezwungenermassen einen Schlussstrich ziehen. Das Projekt Fabrikool wurde diesen März geräumt. Weitere Versuche neue Räume zu erkämpfen, wie an der Brunnmattstrasse 46a, das Betagtenheim in Zollikofen und an der Bitziusstrasse 13, wurden schnell im Keim erstickt.
Auch das Hausprojekt der Familie Osterhase in Ostermundigen neigte sich im Herbst 2019 dem Ende zu, welches kurz darauf abgerissen wurde.
Anklagen wegen angeblich begangenen Delikten wie Landfriedensbruch, Sachbeschädigung, Hinderung einer Amtshandlung, Hausfriedensbruch und noch viele mehr, sind die Überreste eines ereignisreichen Jahres. Mit dem neuen Polizeigesetz erhält die Justiz noch mehr Macht. Die autoritären Züge des Staates werden immer klarer.

Weltweit sorgen wachsende rechte Strömungen für ein Erstarken von Repression und staatlicher Gewalt. Der Staat legitimiert Gewalt und Überwachung mit dem Schutz seine*r Bürger*innen. Unsere Freiheit stirbt durch die Sicherheit und dient den Herrschenden ihre Position zu sichern. Der Staat will die Kontrolle über persönliche Daten, Einsicht in unsere Privatsphäre und Einfluss auf das Leben der Menschen. Dies betrifft uns alle in irgendeiner Form.

Widerstand gegen solche Bemühungen und weitere Unterdrückungsmechanismen werden deshalb immer dringlicher. Überall auf der Welt stehen Menschen auf, um sich gegen die Unterdrückung durch Patriarchat, Kapital und Staatsgewalt zu wehren. So zum Beispiel in Chile, Frankreich, Griechenland oder auch in Rojava. Die Kraft aus diesen Kämpfen spüren wir seit Monaten bis hier hin.

Deshalb werden wir uns in der Silvesternacht die Strassen nehmen, um an allen von Repression betroffenen oder getöteten zu (ge-)denken. Wie beispielsweise Kilu der am 26.12.18 sein Leben in Polizeigewahrsam verlor und den vielen anderen, welche meist unbekannt blieben. Wir wollen diese Nacht nutzen, um unsere Anliegen auf die Strasse zu tragen und dem Staat zeigen, dass wir uns von dieser Gewalt nicht unterkriegen lassen. Stärker denn je, ist es wichtig, dass wir zusammenstehen und gemeinsam für eine bessere Welt kämpfen, in der wir uns ohne Polizei und Staat organisieren.

Machen wir am 31. Dezember die Nacht zum Tag
22:00 Bahnhofsplatz Bern
Wir bleiben unregierbar!