BEGIN:VCALENDAR
VERSION:2.0
PRODID:-//wp-events-plugin.com//7.2.3.1//EN
TZID:Europe/Berlin
X-WR-TIMEZONE:Europe/Berlin
BEGIN:VEVENT
UID:91@anarchistisch.ch
DTSTART;TZID=Europe/Berlin;VALUE=DATE:20180920
DTEND;TZID=Europe/Berlin;VALUE=DATE:20180921
DTSTAMP:20180608T100316Z
URL:https://anarchistisch.ch/agenda/gegen-den-gipfel-der-herrschaft/
SUMMARY:Gegen den Gipfel der Herrschaft
DESCRIPTION:\nhttps://nos20.blackblogs.org/\n\n\n\n\nAm 20. September 2018 
 soll in Salzburg im Rahmen der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft e
 in informelles Treffen der Staats- und Regierungschef_innen stattfinden. A
 ls zentrale Themen sind unter dem Motto „ein Europa\, das schützt“ di
 e sogenannte „innere Sicherheit“\, der sogenannte „Schutz“ der EU-
 Außengrenzen und die sogenannte „Cybersicherheit“ gesetzt. Diese begr
 iffliche Schönfärberei kann nicht darüber hinwegtäuschen\, dass hier e
 in Gipfel der Herrschaft stattfinden soll: ein Haufen Arschgeigen wird in 
 einem pseudo-demokratischen Spektakel über repressive Maßnahmen entschei
 den\, die ihre Position im Ringen um wirtschaftliche und militärische Mac
 ht verbessert\, zu unseren Lasten. „Innere Sicherheit“ heißt Aufrüst
 ung derer\, die uns einsperren und bespitzeln. „Schutz der EU-Außengren
 zen“ ist die bewaffnete Abwehr von Flüchtenden und Migrant_innen. „Cy
 bersicherheit“ bedeutet digitale Kontrolle über unsere Daten und unser 
 Handeln.\n\nDer 20. 9. in Salzburg ist nur ein Programmpunkt der österrei
 chischen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2018. Der Großteil d
 er Sitzungen soll in Wien stattfinden\, einzelne Ministerräte sind an and
 eren Orten geplant (Linz\, Alpbach\, Graz). Auch das Treffen am 20. 9. war
  ursprünglich für Wien angedacht\, wurde aber von Bundeskanzler Sebastia
 n Kurz auf Vorschlag des Salzburger Landeshauptmannes Wilfried Haslauer na
 ch Salzburg verlegt. An dieser Stelle schon einmal schönen Dank an die Sa
 lzburger ÖVP für die kommende Belagerung unserer Stadt durch den Repress
 ionsapparat! Wir wissen\, was sich gehört\, und werden uns entsprechend r
 evanchieren.\n\n„Schutz der EU-Außengrenzen“\nEin Kernpunkt auf der T
 agesordnung am 20. 9. wird die Migrationspolitik sein. Hier werden flücht
 ende Menschen pauschal als Sicherheitsrisiko dargestellt. Aber wer schütz
 t sich hier eigentlich vor wem\, und um wessen Sicherheit geht es? Bei der
  Ausweitung des Frontex-Mandates\, bei der Forderung nach vermehrten Absch
 iebungen\, usw. geht es um die Abwehr von Menschen\, die vor dem Elend fli
 ehen\, das Machtblöcke wie die EU durch die Ausbeutung des Globalen Süde
 ns direkt mitverursachen. Die Militarisierung der EU-Außengrenzen soll we
 iter vorangetrieben werden. Politiker_innen überbieten einander dabei mit
  absurden Forderungen\, wie der nach der Aufstockung der Frontex-Einsatzkr
 äfte von derzeit 1.500 auf 100.000 – so gefordert von Jens Spahn\, dem 
 CDU-Gesundheitsminister (sic!).\n\n„Innere Sicherheit“\nGeflüchtete z
 um Sicherheitsrisiko zu erklären dient außerdem der Legitimation der „
 Inneren Sicherheit“\, das heißt\, der Aufrüstung der staatlichen Bespi
 tzelungs- und Repressionsorgane. Den „Kampf um die Köpfe“ haben staat
 liche und nichtstaatliche rassistisch-nationalistische Projekte insoweit g
 ewonnen\, als sich die Leute selbst solche Maßnahmen als zu ihrem Schutz 
 geeignet verkaufen lassen\, die eigentlich gegen sie gerichtet sind. Das n
 eue österreichische Anti-Gesichtsverhüllungsgesetz erleichtert Überwach
 ungsmaßnahmen\, indem es jeden Menschen auf österreichischem Boden zwing
 t\, zu jeder Zeit sein Gesicht unverhüllt in die omnipräsenten Kameras z
 u halten. Das versprochene „friedliche Zusammenleben“ wird dadurch woh
 l kaum positiv beeinflusst.\nEin weiterer europaweiter Trend ist die Aufr
 üstung der Polizei und die Erweiterung ihrer Befugnisse. Hier setzt etwa 
 der Gesetzesentwurf für das Polizeiaufgabengesetz in Bayern neue Maßstä
 be. So soll die Polizei Geheimdienstkompetenzen erhalten\, „intelligente
 “ Videotechnik und Gesichtserkennung sollen zum Einsatz kommen\, und das
  Postgeheimnis gekippt werden\, und die Bullen sollen über Handgranaten v
 erfügen.\n\n„Cybersicherheit“\nSebastian „Message Control“ Kurz v
 erlautbart den „Kampf gegen Internetgiganten wie Google und Facebook“ 
 als Punkt auf der Agenda am 20.9. Hinter dem Vernebelungsbegriff „Digita
 le Betriebsstätte“ verbirgt sich selbstverständlich nicht die Sorge um
  die persönlichen Daten der EU-Untertan_innen oder eine Empörung über d
 ie Steuerflucht von Konzernen in gigantischem Ausmaß. Vielmehr geht um Ve
 rteilungskämpfe unter den Herrschenden um die technologischen Möglichkei
 ten\, unser Denken und Handeln zu überwachen und zu lenken. Es ist mittle
 rweile bekannt\, dass Firmen wie Cambridge Analytica mittels der von Faceb
 ook von uns enteigneten Daten mitverantwortlich sind für den Brexit und T
 rumps Wahlsieg. Der Austritt Großbritanniens und Trumps Strafzölle sind 
 für die EU als wirtschaftlicher und geopolitischer Machtblock\, ääh\, F
 riedensprojekt\, nicht vorteilhaft. Nun gilt es für die EU-Machthaber_inn
 en\, sich die Kontrolle über den technologischen Manipulationsapparat zu 
 sichern\, um im internationalen Wettstreit um die effektivste Beeinflussun
 g (im Neusprech heißt das „nudging“) wettbewerbsfähig zu sein. Recht
  deutlich spricht Kurz in dem Zusammenhang von „Waffengleichheit“.\n\n
 Willkommen in der (Un-)Sicherheitszone?\nFür das Abendessen der Staats- u
 nd Regierungschef_innen am Vorabend war ursprünglich der „Festspielbezi
 rk“ als Veranstaltungsort angedacht. Allerdings findet in der Altstadt z
 eitgleich der Rupertikirtag statt\, Salzburgs heimattümelndes Lederhosen-
 \, Dirndl- und Bier-Event. Diese Tatsache identifizierten die Verantwortli
 chen als „Sicherheitsfrage“\, und Ende März wurde kolportiert\, es we
 rde überlegt\, das Staatsbankett ins Schloss Mirabell zu verlegen und die
  Tagung in der Uni Mozarteum anzusetzen\, statt im Kongresshaus. Somit wü
 rden die Tagungsorte und die vier Hotels\, in denen die Staats- und Regier
 ungschef_innen samt Entourage nächtigen werden\, allesamt in unmittelbare
 r Nähe zueinander liegen. Drumherum soll eine „Sicherheitszone“ gezog
 en werden – für uns wohl eher eine Unsicherheitszone. Seit Mitte April 
 ist auch öffentlich\, dass „der Einsatz von Drohnen ein Teil des Sicher
 heitskonzeptes der österreichischen EU-Präsidentschaft“ werden soll. P
 olizeidrohnen werden also im Herbst über unseren Köpfen kreisen und jede
  unserer Bewegungen bespitzeln und filmen. Wann werden sie auf uns schieß
 en?\n\nDie kommende Abriegelung und Militarisierung eines Teils des öffen
 tlichen Raumes in unserer Stadt erscheint als konsequente Weiterführung d
 er „Willkommenspolitik“ der Stadt Salzburg. Schon vor Jahrzehnten wurd
 en zur Festspielzeit Obdachlose aus der Altstadt entfernt\, und das „sek
 torale Bettelverbot“ soll dafür sorgen\, dass sich die Lodenschickeria 
 und zahlende Tourist_innen nicht mit der Armut konfrontieren müssen\, die
  durch Kapitalismus und nationalistisch-rassistische Vertreibungspolitiken
  geschaffen wird. Anlässlich des 20. 9. positioniert sich Salzburg wieder
  einmal als befriedete Zone\, in der sich Ausbeuter_innen und jene\, die 
 über unsere Köpfe hinweg über unser Leben entscheiden\, ungestört hofi
 eren lassen können. Wir wollen hier nicht das Böse personifizieren\, gan
 z im Gegenteil. Es geht um die Amt- und Würdenträger_innen in ihrer Funk
 tion innerhalb des kapitalistisch-nationalistischen Systems\, und nicht al
 s Personen. Ebenso richten sich die Schikanen von Bullen und der Stadt Sal
 zburg in Form des Magistrates nicht gegen Geflüchtete\, Notreisende und a
 ndere Arme als Individuen – sondern gegen sie in ihrer Rolle als „Uner
 wünschte“ und „Überflüssige“\, als Störfaktoren im sauberzuhalte
 nden Stadtbild. Es trifft trotzdem die einzelnen\, konkreten Menschen. Im 
 Gegenzug darf ruhig auch auf die konkreten Machthaber_innen abgezielt werd
 en.\n\nWas wirklich überflüssig ist: die repressive Macht und Unterdrüc
 kung\, die sich in den bestehenden kapitalitischen\, rassistischen und pat
 riarchalen Systemen ständig reproduzieren. Überflüssig ist der sich akt
 uell stärkende Nationalismus\, der sich u.a. antisemitischer Verschwörun
 gstheorien bedient. Überflüssig sind die Machtpositionen\, ohne die dies
 e Mechanismen der Ungleichheit nicht aufrechterhalten werden könnten.\n\n
 Gehen wir am 20. 9. gemeinsam auf die Straße!\n\nFreiheit für alle Gefan
 genen des kapitalistischen Verwertungsterrors und der rassistisch-patriarc
 halen Zurichtung!\n\nWir sind unregierbar! Gegen Staat\, Kapital und Natio
 n!\n\nMehr Infos folgen.\n\n
CATEGORIES:Sonstige
LOCATION:Salzburg\, Salzburg\, Salzburg\, Österreich
X-APPLE-STRUCTURED-LOCATION;VALUE=URI;X-ADDRESS=Salzburg\, Salzburg\, Öste
 rreich;X-APPLE-RADIUS=100;X-TITLE=Salzburg:geo:0,0
END:VEVENT
BEGIN:VTIMEZONE
TZID:Europe/Berlin
X-LIC-LOCATION:Europe/Berlin
BEGIN:DAYLIGHT
DTSTART:20180325T030000
TZOFFSETFROM:+0100
TZOFFSETTO:+0200
TZNAME:CEST
END:DAYLIGHT
END:VTIMEZONE
END:VCALENDAR