1. Sitzung Frauenstreikkoordination Bern

Datum/Zeit: Sa, 1. September 2018 / 10:00 Uhr

Veranstaltungsort: Bern, Spielplatz Längmuur

Veranstaltungstyp: Programm Raum Bern


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Wir sind keine organisierte Gruppe. Wir sind Frauen, Mütter, Grossmütter, kinderlos, erwerbstätig, erwerbsabhängig, pensioniert oder freischaffend. Wir alle schmeissen einen Haushalt, sind kompetente Arbeitnehmerinnen, engagieren uns für die Gesellschaft, sorgen uns um unsere Kinder, unsere Eltern, um die Natur und unseren Planeten. Wir sind alle rund um die Uhr beschäftigt, immer gibt es etwas zu tun – es fehlt uns aber nicht nur an Zeit, sondern auch an Geld, das wir zugute hätten, wenn die Gesellschaft bloss ein wenig gerechter wäre.

Das allein sind ziemlich triftige Gründe für einen Frauenstreik im Juni 2019.

Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass sich unser Leben nicht so verändert hat, wie man uns versprochen hat. Wir wollen etwa darüber sprechen, dass die so genannte Vereinbarung von Familie und Beruf in Wirklichkeit eine Doppel- oder Dreifachbelastung bedeutet, die auf dem Rücken der Frauen ausgetragen wird. Wir wollen generell über «Arbeit» nachdenken und aufmerksam darauf machen, dass der Grossteil der unbezahlten Arbeit – Haushalt, Kinderbetreuung und die Pflege von Angehörigen – von Frauen bewältigt wird, unentgeltlich. Wir wollen eine Diskussion über den 14-wöchigen Mutterschaftsurlaub führen, der sowohl für Mütter wie auch ihre Kinder unzumutbar kurz ist. Wir wollen über Visionen nachdenken, die «ein gutes Leben für alle» ermöglichen, eine gerechte Gesellschaft, die nicht von – oft sinnentleerter – Erwerbsarbeit dominiert wird, der Profitgier und dem Gewinnstreben unterworfen. Wir wollen nicht weiterleben, in einer Welt, die Reiche reicher macht und dem Grossteil der Menschheit diktiert, wie zu arbeiten und zu leben ist.

Wer sich angesprochen fühlt, ist herzlich willkommen am Samstag, 1. September von 10 bis 13 Uhr auf dem Spielplatz Längmuur. Wir sind offen für Eure Inpute, für Eure Themen, für Euer Unbehagen, für Eure Kenntnisse, für Eure Mithilfe, für Euer Kommen. Je mehr Frauen wir sind, desto grösser wird unsere Kraft, auf die Missstände unserer Gesellschaft hinzuweisen und auf unsere Lösungsansätze aufmerksam zu machen. Wir wollen eine solidarische Gesellschaft, die sich bedingungslos um die Schwächsten kümmert, die anerkennt (und bezahlt), was Frauen leisten. So einfach ist das.

Wie wollen wir streiken? Wie organisieren wir uns? Wie können sich möglichst viele Frauen beteiligen? Welche Formen von Streik oder Aktion würden wir uns wünschen?
In verschiedenden Städten, zum Beispiel in Genf und Lausanne haben schon Treffen stattgefunden um gemeinsam zu diskutieren und sich zu organisieren. Deshalb treffen wir uns auch in Bern.