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Aufruf: am 14. Juni – auf nach Paris!

08. Juni 2016 /

Wir unterstützen die Mobilisierungen, sich an der Grossdemo in Paris am 14. Juni, um 13.00 Uhr beim Place d`Italie zu beteiligen. Im Folgenden haben wir ein kleines FAQ zusammengestellt. Wer weitere Informationen haben will, kann uns eine Mail an agb@immerda.ch schreiben.

Was ist in Paris und warum der 14. Juni?
Am 14. Juni wird zu einer Grossdemo aufgerufen bei der über eine halbe Million(!) Menschen aus ganz Frankreich erwartet werden. Das Datum wurde bewusst während der Europameisterschaft gewählt, um Druck auf die Regierung auszuüben. Die dort seit drei Monaten kämpfenden Menschen rufen zudem dazu auf, sich solidarisch zu zeigen und nach Paris zu reisen. In verschiedenen Ländern haben sich bereits Reisegruppen organisiert, um sich vor Ort am Aktionstag zu beteiligen.

Was kann mensch am 14. Juni in Paris tun?
Wir finden es wichtig, sich diese Frage bereits vor der Reise zu stellen. Die Teilnahme an der Grossdemo bietet die Möglichkeit interessante Eindrücke und Erkenntnisse zu sammeln. Des Weiteren kann die Zeit genutzt werden, um mit lokalen Aktivist*innen Erfahrungen auszutauschen. Gerade jene, die gut französisch sprechen, können wichtige Informationen sammeln und diese in die hiesigen politischen Diskussionen tragen.

Was läuft den in Paris genau?
Seit Anfang März gibt es anhaltende Proteste gegen neue Reformen im Arbeitsgesetz. So wollte die sozialistische Regierung von Frankreich durchsetzen, dass die 35-Stunden-Woche abgeschafft, der Kündigungsschutz gelockert und die Arbeitszeiten erweitern werden sollen. Die Kritik richtete sich in den vergangenen Wochen jedoch nicht nur gegen die Reformen, sondern auch gegen Kapitalismus und die autoritäre Stimmung in Frankreich. Eine ausführliche Analyse findest demnächst auf unserer Homepage.

Wer protestiert?
Es gibt zwei wesentliche Kräfte, die auf die Strasse gehen. Einerseits die Gewerkschaften unter der Führung der CGT und auf der anderen Seite die antagonistische (widerständische) Jugend. Vor allem die Jugend konnte sich gegen die zahlreichen Polizeiübergriffe behaupten und geniesst grosse Sympathien in der Protestbewegung. Dies führte unter anderem zu Spannungen mit der Gewerkschaftsführung, die ihre Führungsrolle in den Protesten gefährdet sah.

Welche Protestformen werden angewendet?
Nebst den wöchentlichen Demonstrationen in zahlreichen Städten, drückt sich der Protest mit unterschiedlichen Aktionsformen aus. Zahlreiche Schüler*innen und Student*innen besetzten ihre Unis und Schulen oder blockierten wichtige Knotenpunkte, um den Verkehr lahmzulegen. Zudem haben Arbeiter*innen angefangen zu streiken und ihre Betriebe blockiert. Dies führe beispielsweise dazu, dass aufgrund der Blockaden das Benzin rationiert werden musste. Als weitere Aktionsform haben sich öffentliche Platzbesetzungen etabliert, die unter dem Namen „Nuit Debout“ durchgeführt werden.

Wie anreisen?
Wir wollen an dieser Stelle keine zentralen Transporte kommunizieren, um nicht in Grenzkontrollen zu laufen. Grundsätzlich kann per Auto, Bus, Zug oder Flug angereist werden. Wir empfehlen vor dem 14. Juni anzureisen und abzuklären, ob am Reisetag nicht eventuell gestreikt wird. Bei vorzeitiger Anreise bleibt genug Zeit, sich mit den Örtlichkeiten vertraut zu machen und sich gleich zu vernetzen.

Wie verhält sich die Polizei in Paris?
Am 14. Juni ist das Kräfteverhältnis eindeutig auf unserer Seite. Seit Beginn der Proteste hat die Polizei versucht immer härter zugeschlagen, um die Menschen einzuschüchtern. Die Angriffe beschränkten sich jedoch auf einzelne Teile (meist Attacken auf den antagonistischen Block) der Demonstrationen. Eine vollständige Einkesselungstaktik oder Massenverhaftungen wurden bisher nicht angewendet. Die Polizei ist ähnlich bewaffnet wie in der Schweiz und benutzt hauptsächlich Tränengas und Gummischrot.

Ist es möglich, dass die Demo abgesagt wird?
Die Europameisterschaft wird am 10. Juni in Frankreich beginnen. Es ist durchaus möglich, dass kurz vor der EM Verhandlung angesagt werden, damit die Gewerkschaften ihre Mobilisierung absagen. Dennoch werden Organisationen von unten die Mobilisierung aufrechterhalten.